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Burg Lichtenberg

In 241m Höhe auf einer steilen Kuppe des Salzgitter-Höhenzuges (Burgberg) befinden sich die Ruinen der Burg Lichtenberg. Über eine befahrbare Zuwegung erreicht der Besucher zunächst die Unterburg, wo sich heute das Waldhotel und Restaurant Burgberg Restaurant befindet. Über einen weiteren kleinen Anstieg, der nicht der ursprünglichen Wegeführung entspricht, gelangt er schließlich zum ehemaligen Torbereich.

Den alten, in den anstehenden Felsen eingedrückten Fahrspuren folgend, erreicht er schließlich die Oberburg. Neben den Grundmauern des Palais sowie weiterer Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind die Wehrmauern sichtbar, ebenso der etwa 60m tiefe Brunnen und der wieder aufgebaute sechseckige Burgturm. Letzterer beherbergt eine kleine Ausstellung mit archäologischen Fundobjekten aus der wechselvollen Geschichte der Burg und bietet außerdem einen weiten Ausblick in das nördliche Harzvorland.

Die Burg Lichtenberg geriet im Jahre 1180 (Castrum Liechtinberc) in das Zentrum der Reichspolitik und damit auch in die Schriftquellen, als sie von Kaiser Friedrich I Barbarossa im Zuge seines Reichskrieges gegen das Herzogtum Sachsen belagert wurde. Vorangegangen waren Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft im Harzgebiet zwischen Welfen und Staufern, vornehmlich um die Reichsstadt Goslar und die Rammelsberger Gruben. Im Interessenbereich des Stiftes Hildesheim sowie der Reichsstadt Goslar und dem welfischen Braunschweig gelegen, kam der Burg aber schon vorher eine zentrale Bedeutung zu. Die bis 1180 in Besitz von Herzog Heinrich dem Löwen befindliche Anlage geriet in den Jahren bis 1235 immer wieder in das Zentrum der machtpolitischen Konflikte. 1194 gelangte die Burg nach einem Friedensschluss mit den Staufern zunächst wieder zurück in welfische Hand. Doch schon 1198 nutzte OttoIV. die mächtige Burg um von dort gegen Goslar zu ziehen. 1205 eroberten die Staufer erneut die Lichtenberg. 1208 schließlich erlangte OttoIV. die Burg dauerhaft zurück. 1235 kam es zur endgültigen Versöhnung zwischen Staufern und Welfen und die Burg verlor ihre reichspolitische Bedeutung. Auf dem Reichstag zu Mainz übergab Otto das Kind die welfische Burg an Friedrich II, der ihn mit dem zum Reichslehen erhobenen Herzogtum Braunschweig und Lüneburg belehnte. Die Burg Lichtenberg fiel an das Fürstentum Lüneburg. Erst 1388, nach einer weiteren Aufteilung, gelangte sie an das Fürstentum Braunschweig. Ihre territorialgeschichtliche Bedeutung büßte sie schließlich am Ende der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523) ein. Am 29. Oktober 1552 schließlich gelang es Vollrad von Mansfeld die ursprünglich stark befestigte und uneinnehmbare Burg vollständig zu zerstören.

Die fortan als Steinbruch genutzte Burg verfiel fast vollständig. 1892 wurde mit dem Ziel, die Burgruine zu erwerben, instand zu halten und auszubauen, der "Verschönerungsverein Burg Lichtenberg" gegründet. In der Folgezeit wurde der Turm neu aufgebaut, Mauern freigelegt und Wege angelegt. 1957 versuchte man in einer 5-monatigen archäologischen Ausgrabung Fragen nach dem Alter der Burg, sowie der Architektur zu klären. Seit den 1990er Jahren finden Untersuchungen in ehrenamtlicher Arbeit von der archäologischen Arbeitsgemeinschaft Salzgitter e.V. statt.

Doch bisher gelang es nicht, das Aussehen der Burg in hochmittelalterlicher Zeit zu klären. Erst für das Spätmittelalter lässt sich ein genaueres Bild zeichnen: Auf dem Bergsporn befand sich die Oberburg auf einer spitz-ovalen Grundfläche. Diese war von einer Ringmauer mit einem vorgelagerten Graben umgeben und umschloss ursprünglich den sechseckigen Bergfried, die lebenswichtige Brunnenanlage sowie diverse Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Vermutlich im 13. Jahrhundert entstand unter Otto IV. im nordöstlichen Kernbereich der Palais, während in der Caminata - einem beheizbaren Raum - ein weiterer jüngerer Wohntrakt vorliegen könnte. Erst in späterer Zeit, vermutlich im 14./15. Jahrhundert wurde die Kernburg durch eine Vorburg erweitert. Unter Ausnutzung der natürlichen Geländelage wurde ein Wallgrabensystem mit einer Ringmauer und 13 Halbtürmen errichtet. Die untere und obere Ringmauer wurde mit zum Teil aufwendig befestigten Torhäusern versehen. Westlich an das obere Tor schlossen sich die Wirtschaftsgebäude an. Hier hat sich auch die Burgkapelle befunden: Zahlreiche Funde deuten auf einen verputzten und bemalten Raum hin.

Erst 2004 wurde an der oberen Ringmauer völlig unerwartet ein bis dahin unbekanntes Tor entdeckt, welches unmittelbar südöstlich des Bergfriedes Zugang in den Kernbereich der Burg gewährte. Anhand von Keramik des 12. Jahrhunderts in diese Zeit datiert, befand sich hier ein einfacher Durchlass von etwa 2,50m Breite. Eine Holzbrücke muss an dieser Stelle über den etwa 12m breiten Graben geführt haben. Vermutlich wird es sich noch nicht um eine Zugbrücke gehandelt haben. Damit war es gelungen, neben dem Bergfried endlich eine weitere Bausubstanz aus der Zeit Heinrich des Löwen zu finden!

Führungen und Infos: Förderverein Burg Lichtenberg